Stadt Kaunas

Allgemeine Daten


Kaunas is the second-largest city in Lithuania and has historically been a leading center of Lithuanian economic, academic, and cultural life. Kaunas is a large centre of industry, trade and services in Lithuania. 

Location

Kaunas is located at the confluence of the two largest Lithuanian rivers, the Nemunas and the Neris, and near the Kaunas Reservoir, the largest body of water entirely in Lithuania.
The city covers 15,700 hectares. Parks, groves, gardens, nature reserves, and agricultural areas occupy 8,329 hectares.
The oldest part of Kaunas city is the Old Town located to the east of the confluence of the Nemunas and Neris rivers. 

Population (2012)

City municipality 311,148
Metro 673,706 (Kaunas County)

Climate

Kaunas features a warm and humid continental climate. Summers in Kaunas are warm and pleasant with average daytime high temperatures of 21–22 °C (70–72 °F) and lows of around 12 °C (54 °F), but temperatures could reach 30 °C (86 °F) on some days. Winters are relatively cold, and sometimes snowy with average temperatures ranging from −8 to 0 °C (18 to 32 °F), and rarely drop below −15 °C (5 °F). Spring and autumn are generally cool to mild.


 

Flüge

Kaunas International Airport (KUN) is one of the biggest airports in the Baltic states. An Irish low-cost airline Ryanair announced Kaunas Airport as their 40th base and first in the Central Europe in February 2010. Kaunas Airport was the fastest growing airport in the Baltic states in 2009 and 2010.

The smaller S. Darius and S. Girėnas Airport, established in 1915, is located about three kilometres (1.9 miles) south of the city centre. It is one the oldest still functioning airports in Europe used for tourism and air sports purposes and now hosts the Lithuanian Aviation Museum.

Hotels

Essen

Sehenswürdigkeiten

Willkommen in Kaunas, eine Stadt mit ausgeprägtem Nationalcharakter, die einem zahlreiche Aktivitäten bietet. Erleben sie, wo das Herz Litauens schlägt und tauchen sie in ihre einzigartige Atmosphäre ein!

SEHENSWERTES IN KAUNAS

1. Die Burg von Kaunas (Papilio g. 17)

Die erste aus Backstein errichtete Burg am Zusammenfluss von Nemunas und Neris wurde vermutlich Ende des 14. Jahrhunderts gebaut, als der Kreuzritterorden den mit Übergriffen auf das Land begann. Die Burg war von einer Schutzmauer umgeben, ohne Türme und hatte doppelt gemauerte Außenwände aus Stein und Ziegel. Die Innenmauern bildeten eine unregelmäßige Quadratform. Diese Anlage war so wehrhaft gebaut, dass die Ordensritter jahrzehntelang während ihrer Kreuzzüge einen Bogen um Kaunas machten. Aber als 1362 die Preußische Armee für einen Angriff gegen die Burg von Kaunas Verstärkung aus England, Italien und Deutschland holte, wurde die Burg schließlich eingenommen und dem Erdboden gleich gemacht. Im 14. Jahrhundert wurde sie erneut aufgebaut, diesmal mit 15 m hohen und 3,5 m dicken Mauern, 4 Ecktürmen und von einem Wehrgraben umgeben. Die Burg konnte man über zwei Zugbrücken betreten. Die verstärkte Anlage fiel jedoch dem Hochwasser der Neris im Jahre 1611 zum Opfer. Wegen Hochwasserunterspülung sind zwei Nordtürme und mehr als die Hälfte der Burggemäuer eingestürzt. Auch weitere Kriege und Feuer im 17. und 18. Jahrhundert setzten der Burg kräftig zu. Im 19. Jahrhundert ist auch der Wehrgraben verschwunden, er wurde vom Wasser überschwemmt. An der über Jahrhunderte verwahrlosten Burgruine nagte immer mehr der Zahn der Zeit. Die ersten archäologischen Grabungen fanden erst zwischen 1925 und 1930 statt. Bis zum heutigen Tag sind nur noch die Mauern mit einem Teil des Rundturmes sowie Fundamente des viereckigen Turmes vorhanden. Die Burg wurde in den Jahren 2009 bis 2010 rekonstruiert. Heutzutage finden im Burgterritorium historische Theateraufführungen, Konzerte und andere Veranstaltungen statt.

Wunsch frei! Die wunderbare Zusammenkunft der beiden größten Flüsse Litauens scheint ein geradezu magischer Ort zu sein. Nemunas ist männlich, Neris weiblich. Der Zusammenfluß stellt eine Ehe des Paares dar. Zwei Ströme  verbinden sich in Kaunas und trennen sich nie wieder! Es kann kaum einen besseren Ort für Verliebte geben als hier, um ihre Liebesträume, Hoffnungen und Wünsche mit dem Wasser weiter fließen zu lassen.

2. St.-Georg-Kirche und Bernhardinerkloster (Papilio g. 7, bzw. 9)

Die St.-Georg-Kirche überragt weithin die Landschaft und zählt zu den ältesten Kirchen in Kaunas. Die ursprüngliche Kirche aus Holz wurde 1468 an der Burg von Kaunas für die in die Stadt gezogenen Bernhardinermönche gebaut. 1471 fing man hier an, eine gemauerte St.-Georg-Kirche zu bauen, in der 1503 schon Messen abgehalten wurden. Ein hohes Satteldach, der große Innenraum und die unverputzten Wände unterstreichen ihren gotischen Charakter. Das Gebäude wird in drei Kirchenschiffe und fünf Gewölbe unterteilt. Die 1,4 Meter starken Wände sind durch ein massives Strebewerk gestützt. Die Kirche wurde durch Kriege und Feuer beschädigt und mehrmals wieder aufgebaut. Für Napoleons Armee diente sie 1812 sogar als Mehllager. 1936 wurde sie umfassend saniert, nach dem Krieg jedoch wieder zu einem Lager umfunktioniert. Als das Gebäude 2005 dem Kloster als dem ursprünglichen Eigentümer zurückgegeben wurde, befand es sich in einem erbärmlichen Zustand. Auch das klösterliche Backsteinhaus aus dem 16. Jahrhundert weist zahlreiche gotische Stilelemente auf.

3. Kirche zur Hl. Dreifaltigkeit (Rotušės a. 22)

Die Kirche, als dominierendes Gebäude des Ensembles, wurde zwischen 1634 und 1703 gebaut. Stilistisch ist die Kirche zur Hl. Dreifaltigkeit ein Werk der Renaissance, es sind aber auch Züge der Gotik und des Barocks bemerkbar. Der Zugang zur Kirche erfolgt durch das schmucke Renaissance - Portal, welches sich im Turm befindet. Die Kirche wurde auf den Ruinen eines im Jahre 1624 abgebrannten Bürgerhauses, das aus dem 15. Jahrhundert stammt, errichtet; die Hausreste wurden für die Westfassade sowie die Klostermauer verwendet und nach der Renovierung als Ausstellungsstück freigelegt. Eines der prachtvollsten Gebäude des Architekturensembles ist zweifelsohne das Hauptgebäude des ehemaligen Klosters, mit dem deutlichen Erbe der späten Renaissance. Das Klostergebäude ist zum Teil mit der St.-Georg-Kirche verbunden und bildet so einen geschlossenen Gebäudekomplex, welcher zu den wertvollsten der Renaissanceepoche in Litauen zählt. Das Bernhardinerkloster wurde 1864 per Gouverneursdekret geschlossen und samt St.-Georg-Kirche dem Priesterseminar und der Diözese, welche von Varniai nach Kaunas übersiedelt wurden, übergeben. Heute befindet sich hier der Sitz der Erzdiözese Kaunas sowie die Theologische Fakultät der Vytautas Magnus Universität Kaunas. Neben dem Gebäudekomplex wurde 2005 das Denkmal für Motiejus Valančius, Bischof, Schriftsteller und Gründer der Abstinenzbewegung in Litauen errichtet.

4. Rathausplatz

Der Rathausplatz von Kaunas hat eine lange und wechselvolle Geschichte. Als 1408 Kaunas das Magdeburger Stadtrecht bekam, gab es im Stadtkern einen Marktplatz und ein Magistratsgebäude. Durch das Gebiet um den heutigen Rathausplatz führte die Haupthandelsroute nach Preußen, am Platz standen Verkaufsstände und es wurde reger Handel betrieben. Ein verheerendes Feuer beschleunigte die weitere Stadtplanung. Um das Jahr 1540 wurde ein Bebauungsplan ausgearbeitet, welcher einen rechteckigen Marktplatz und rundherum 8 Wohnviertel, bestehend aus 34 Grundstücken, beinhaltete. Auf Grund seiner Größe und seiner Gestaltung hatte der neu geplante Platz charakteristische Züge von Märkten wie sie in zentral-und westeuropäischen Städten üblich waren. Es gab insgesamt 9 größere Straßen und Handelswege. Der 2,6 ha große Marktplatz war deutlich größer als jene anderer Städte und auch die den Platz umgebenden Wohnviertel unterschieden sich von den anderen, den Marktplatz dicht umgebenden Gebäuden. Unmittelbar vor dem Platz bauten Händler und Handwerker ihre Häuser. Am Platz wurde nicht nur gehandelt und verkauft, sondern auch wichtige Magistrats- bzw. Gerichtsbeschlüsse verkündet; er diente auch als Schandplatz. Das Rathaus war das zentrale und markanteste Gebäude der Stadt. Beim verheerenden Feuer, welches 1732 in der Stadt wütete, wurden nicht nur die meisten Bürgerhäuser zerstört, sondern auch das Rathaus stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Renovierungsarbeiten dauerten bis zum Ende vom 18. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert, als die Landstraße Warschau-St. Petersburg eröffnet wurde, stand auf dem Platz eine Pferdepost Station. Als die regelmäßigen Märkte nicht mehr abgehalten wurden, wurde der Rathausplatz als militärischer Übungsplatz genutzt und bekam die Bezeichnung „Paradeplatz“. Im vorderen Teil des Rathausplatzes stand bis zum Ende des Ersten Weltkrieges ein Monument zum Gedenken an den Sieg der russischen Armee über Napoleon im Jahre 1812. Mit dem planmäßigen Ausbau 1847 und der Vergrößerung der Stadt verlor der historische Marktplatz mit der Zeit seine repräsentative Bedeutung. Der Rathausplatz spiegelt den Epochenwechsel, Planungs- und Konstruktionsideen wieder. Das beeindruckendste Gebäude am Platz ist mit Sicherheit das Rathaus.

4.1 Rathaus (Rotušės a.)

Der 53 m hohe Turm des Rathauses ist der höchste in der historischen Altstadt. Das heutige Rathaus entspricht nicht dem ursprünglichen Gebäude, denn dieses wurde durch einen Brand zerstört. Am 28. Juli 1542 wurde im Zentrum des Marktplatzes mit dem Bau des neuen Rathauses begonnen. Die Mitglieder des Stadtmagistrats legten eine Goldmünze und ein Fässchen Honig unter den Grundstein. Das neue Rathaus entsprach seiner heutigen Form, zweischiffig mit nicht proportional angeordneten Räumen für die Stadtverwaltung, Gerichtssaal, Schatzamt, Archiv, Verkaufsstelle und einem im Keller untergebrachten Gefängnis. Vom Gerichtssaal im ersten Stock führte eine schmale Treppe zu den Kellerzellen. Zum Verkaufsraum gelangte man ostseitig durch ein breites kunstvolles Portal, welches mit Profilziegel eingerahmt war. Auf der Vorderseite des Turmes wurde ein Vorbau gebaut, dessen Einfahrt mit hochgezogenem Tor verschlossen werden konnte. Nachdem das Rathaus erneut einem Brand zum Opfer fiel, wurde es erst wieder in der Zeit von 1771 bis 1780 renoviert. Danach erhielt es einen neuen Turm samt neuem Uhrwerk. Auf der vergoldeten Turmspitze wurde eine Wetterfahne mit Staatswappen und einer Krone - dem Unabhängigkeitssymbol der Stadt - angebracht. Aufgrund seiner eigenwilligen Form und Farbe wird das Rathaus häufig  „der weiße Schwan“ genannt. Nach der Rekonstruktion 1974 zogen das Standesamt und das Keramikmuseum in das Rathaus ein, hier finden in der Regel auch die offiziellen Empfänge des Bürgermeisters  und Stadtfeste statt.

Bei den Rekonstruktionsarbeiten 1973 stoß man auf einige Wachsschmelzsöfen aus dem 15. Jahrhundert. Seit 2002 kann man einen davon direkt neben dem Haupteingang bestaunen.

4.2. Keramikmuseum (Rotušės a. 15)

Die tiefen Keller des „weißen Schwans“ beherbergen heute das einzigartige Keramikmuseum. Unter dem gotischen Gewölbe wird einem ein Eindruck von der Entwicklung der Litauischen Keramikkunst vermittelt: von mittelalterlichen Töpfen, Pfannen, von erstaunlich großen Dachziegeln, prunkvollen architektonischen Details, bis zu Werken der bedeutendsten Keramikkünstler des 20. Jahrhunderts und beispiellosen fragilen Porzellanerzeugnissen nach einer Technik, die nur die Kaunasser Porzellanmeister beherrschten.

In den tiefsten Kellergewölben des alten Kaunasser Rathauses gab es auch noch einen Kerker, in dessen Wänden heute noch die Stellen für fünf Kettenbefestigungen sichtbar sind. Es wird erzählt, dass die alten Stadtbewohner ob so eines Faktums „sehr beunruhigt“ waren, weil es in der Stadt 6 Banditen gab und nur 5 Ketten! Heutzutage trifft man hier keine Banditen, sondern kann die Ausstellungen über moderne Keramikkunst bewundern.

4.3 Bürgerhäuser

Rotušės a. 1-6 (Ostseite des Platzes)

Dieser älteste östlich gelegene Teil des Platzes wurde von wohlhabenden Bürgern bewohnt, dessen Häuser aus Brandziegel allesamt in der Zeit des Krieges zwischen 1655 und 1661 erheblich beschädigt wurden. Ihr Wiederaufbau war langwierig. Das Erdgeschoß war häufig gewerblich genutzt, im ersten Stock befand sich der Wohntrakt, die Waren lagerte man auf dem Dachboden, im Keller oder in den Lagern neben dem Haus. Aufgrund der unzähligen Renovierungsarbeiten sind keine authentischen Innenausstattungen erhalten geblieben, einzig im Haus Nr. 2 hat ein gotisches Zellengewölbe von unschätzbarem Wert den Jahrhunderten standgehalten. Die mit Hilfe von verbliebenen Architekturfragmenten im Stil der Gotik und Renaissance restaurierten ehemaligen Wohnhäuser 1, 2 und 3 dienen heute öffentlichen Zwecken.

Rotušės a.  23-29 (Nordseite des Platzes)

Auf der Nordseite des Rathausplatzes standen ebenfalls nur Bürgerhäuser. Die alte Struktur der Stadtplanung ist hier am besten zu erkennen. Im 16. und 17. Jahrhundert standen in der ersten Reihe um den Platz die Backsteinhäuser und dahinter die Holzhäuser. Die Gebäude wurden in der Zeit des Krieges zwischen 1655 und 1661 stark beschädigt. Der spätere Umbau veränderte ihr Gesicht. Ein kleiner gemütlicher Innenhof wie beim Haus Nr. 28 ist sehr typisch für die Altstadt. Dieses ursprünglich im gotischen Stil erbaute Wohnhaus aus dem 16. Jahrhundert, war vermutlich dreistöckig und unterkellert. Nach der Renovierung im 17. Jahrhundert erhielt es nicht zum Platz hin, sondern seitlich ausgerichtete Renaissance - Ziergiebel. Heute befindet sich hier das Museum über die Geschichte der litauischen Pharmazie und Medizin. Der Keller des Nachbargebäudes Nr. 29 wurde dem Warenhandel angepasst, im Erdgeschoss gab es eine Kneipe, im nördlichen Trakt eine Herberge und der erste Stock wurde bewohnt. Die horizontalen Linien in der zweiten Haushälfte deuten auf ihren Renaissanceursprung hin. Das schönste Detail ist der Felderfries mit Ornamenten einer Poststation – eines der ersten öffentlichen Gebäude der Stadt. Im Hof gab es einen Pferdestall und ein kleines Hotel für Reisende. Die heute sich darstellende Fassade wurde umfassend von 1968 bis 1971 saniert. Danach bekam das Haus seine ursprüngliche Bestimmung als Postamt, welches auch einen Stempel mit der Innschrift „Die Alte Post 16. Jahrhundert“ führt.

4.4. Museum für Kommunikationsgeschichte (Rotušės a. 19)

Das Museum für Kommunikationsgeschichte wurde in den Gebäuden nahe dem Stadtzentrum, welche Ende des 16. Jahrhunderts bis Anfang des 17. Jahrhunderts von Kaufleuten benutzt wurden, eröffnet. Die Gebäude wurden als Lager für das zum Export bestimmte Getreide verwendet.

Ab den 30-er Jahren des 19. Jahrhunderts war in diesem Haus die größte Pferdepoststation untergebracht, welche den damaligen europäischen Standarts entsprach.

Die alte Poststation beherbergt heute das Museum für Kommunikationsgeschichte. Das Museum bietet eine umfangreiche Sammlung von Postdokumenten, Briefmarken, es erzählt die Entwicklungsgeschichte der Kommunikation im 20. Jahrhundert und anderen historischen Objekten der Kommunikation. Über 400 Exponate laden auf eine Zeitreise durch die Entwicklung der Kommunikation in Litauen und der ganzen Welt ein und erzählen die Geschichte des Postwesens, von Radiogeräten, von Telegraphen- und Telefonapparaten und anderen historischen Objekten der Kommunikation. Es gibt ebenfalls eine Dauerausstellung zu Briefmarken.

4.5. Museum über die Geschichte der litauischen Pharmazie und Medizin (Rotušės a. 28)

Das Museum zählt zu den außergewöhnlichsten der Stadt. Darin wird eine Sammlung von Arbeits- und Privatgegenständen, medizinischen Geräten, Krankenhaus bzw. Apothekeneinrichtungen sowie Dokumenten von litauischen Ärzten und Pharmazeuten dargeboten. Die Ausstellung zeigt eine Stadtapotheke aus dem Ende des 19. Jahrhunderts zusammen mit authentisch eingerichteten Ständen mit Abbildungen von Schamanen und einer litauischen Medizinfrau vom Waldrand.

4.6. Maironis Haus (Rotušės a. 13)

Das ehem. Sirutis Haus stellt ein seltenes Beispiel für das Domizil eines reichen Stadtbewohners aus der Barockzeit dar. Die heutige Erscheinung bekam das Gebäude während der Barockepoche. Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert standen hier auf drei Grundstücken zwei Backsteinhäuser mit einem Lager (die gotischen Wandfragmente sind unter dem Putz noch erhalten).

1910 kaufte der Dichter und Priester Jonas Mačiulis – Maironis das gesamte Haus, dessen eine Hälfte er vermietete und in dessen anderer Hälfte er für sich eine Wohnung mit kostbaren Möbeln, Gemälden und diversen Kunstgegenständen einrichtete. Hier wurden zahlreiche Literaturabende veranstaltet, zu welchen sich die bekanntesten Intelektuellen der Stadt und aus ganz Litauen der Zwischenkriegszeit versammelten. Die ehemalige Wohnung des Dichters im zweiten Stock kann besichtigt werden und ist mit vielen seiner persönlichen Gegenstände ausgestattet. Der Tradition folgend wurde hier ein Literaturmuseum eröffnet.

4.7. St.-Franz-Xaver-Kirche und das Jesuitenkloster (Rotušės a. 7, bzw. 8, 9)

Die Südseite des Platzes wird vom imposanten Barockbau der Jesuitenkirche samt Kloster und einer Schule dominiert. 1642 zogen die Jesuiten in das Viertel ein, nachdem die Brüder Kojelavičiai fünf Grundstücke erwarben und diese den Jesuiten schenkten. 1666 wurde mit dem Bau der barocken St.-Franz-Xaver-Kirche begonnen, die Einweihung fand jedoch erst 1759 statt, da sich der Bau wegen mehreren Stadtbränden besonders schwierig gestaltete. Entgegen der üblichen Ausrichtung der Kirchenfassade gegen Westen, blickt sie aufgrund von städtebaulichen Gesichtspunkten nach Norden. Mit der Auflassung des Jesuitenordens 1787 übernahmen die Franziskanerbrüder den gesamten Gebäudekomplex. Während der Kriegszeit 1812 wurde die Kirche erheblich beschädigt und blieb verwahrlost bis zu ihrer Umbenennung 1824 zur orthodoxen Kirche durch Zar Alexander I. Seit 1843 funktionierte sie als Militärkirche von Alexander Nevsky. Nach dem Ersten Weltkrieg erlangten die Jesuiten den gesamten Gebäudekomplex wieder, wobei sie die ursprünglich zweistöckigen Gebäude zu vierstöckigen umgebaut hatten und dadurch die Architektur des Bauwerkes negativ beeinträchtigten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in der zuvor aufgelassenen Kirche eine Sporthalle eingerichtet. In der sich neben der Kirche befindenden ehemaligen Klosterschule arbeitete von 1819 bis 1823 der berühmte polnisch-litauische Dichter und Vertreter der Romantik Adomas Mickevičius. Davon zeugt eine Erinnerungstafel auf der Schulfassade. Die Schule ist heute ein Jesuitengymnasium und die Franz-Xaver-Kirche ist für die Gläubiger wiedereröffnet.

Die Kirchendachterasse ist für die Besucher frei zugänglich und bietet einen unvergesslichen Blick über den Rathausplatz.

5. Perkūnas Haus (Aleksoto g. 6)

Eines der wenigen vollständig erhaltenen gotischen Gebäude. Der Ursprung des Hauses liegt im 15. Jahrhundert. Es gehörte einem Kaufmann und ab 1445 war hier vermutlich ein Kontor der Hanse. Das Haus hatte einen Zwillingsbruder, mit dem es nordseitig verbunden war und welches als Lager benutzt und im 18. Jahrhundert abgerissen wurde. Das Gebäude ist eines der authentischsten Architekturbeispiele der Flamboyantgotik in Litauen. Die Komposition des Hauses ist nicht einheitlich: während die eine Seite schmucklos wirkt, lediglich mit Rhomben aus gebrannten Ziegel verziert, präsentiert sich die Ostfassade mit zahlreichen Fenstern, Nischen, Erkern, einem kunstvollem Fries und einem Giebel als wahrhaftiges Kunstwerk aus Ziegeln. Für die Fassade wurden 17 Arten von Profilziegel verwendet. Im 17. Jahrhundert kauften die Jesuiten das Haus und richteten eine Kapelle ein. Im 19. Jahrhundert wurde hier das erste Theater der Stadt Kaunas gegründet. Während der Restaurierungsarbeiten 1818 wurde eine in einer Wand eingemauerte Statuette gefunden, die möglicherweise den höchsten der altlitauischen Götter Perkūnas, den Donnergott, darstellte und dem Haus seine heutige Bezeichnung verlieh. Derzeit gehört das Haus dem Jesuitengymnasium, es gibt eine dem Dichter Adomas Mickevičius gewidmete Dauerausstellung und dient gleichzeitig als Veranstaltungsraum für zahlreiche Kunst und Kulturereignisse, es werden theatralisierte Führungen angeboten.

6. Vytautas Kirche (Aleksoto g. 3)

Einer der ersten Backsteinbauten der Stadt ist die mittelalterliche St.-Maria-Himmelfahrt-Kirche. 1930 wurde sie in die Vytautas Kirche, nach dem litauischen Großfürsten Vytautas, umbenannt. Der Bau der gotischen Kirche begann in der Zeit um 1440 durch die Franziskaner. Der Legende nach schwor sich der Großfürst Vytautas, als er nach dem verlorenen Kampf gegen die Tataren bei Vorksla in der Ukraine gerettet wurde, eine Kirche zu bauen. 1439 wurde es den Franziskanerbrüdern erlaubt, Messen für die in Kaunas lebenden deutschen Kaufleute abzuhalten. Gegenwärtig befindet sich die Kirche direkt am Ufer des Nemunas, während im 17. Jahrhundert zwischen der Kirche und dem Fluss noch eine dichtgedrängte Häuserreihe lag. Hölzerne Pfähle sicherten die Ufer. Trotz der mehrmaligen Beschädigungen durch Kriege und Überflutungen, behielt das Gotteshaus sein ursprüngliches Erscheinungsbild und die gotische Form. Per Verordnung des russischen Zaren wurde die Kirche 1859 zur russisch-orthodoxen St.-Nikolaus-Kirche umbenannt. Das unweit der Kirche liegende Franziskanerkloster wurde 1870 abgerissen und an seiner Stelle ein öffentliches Krankenhaus errichtet. 1990 erfolgte die Fassaden-und Innenraumrestaurierung, infolge dessen auch der Turm nach den Zeichnungen von Makowski wiederaufgebaut wurde.

Eine an der Kirchenmauer angebrachte Wasserstandmesslatte zeugt von den größten Nemunas Überflutungen der letzten Jahrhunderte.

7. Vytautas Magnus Brücke

Die erste hölzerne Brücke an dieser Stelle wurde 1812 gebaut, die dem Rückzug der Napoleonischen Truppen aus Russland diente. Bis 1914 gab es von hier nach Aleksotas keine ständige Brücke. Nicht nur während der zaristischen Zeit sondern auch während der Ersten Unabhängigkeit Litauens galt in Aleksotas der Code Napoleon und auch ein anderer Kalender. Kaunas gehörte damals zum Nordwestgebiet Russlands, während Aleksotas und das Gebiet westlich von Nemunas ein Teil des polnischen Gebietes war. Somit galt im Verwaltungsbezirk Kaunas der orthodoxe (Julianische) Kalender und im Gebiet westlich von Nemunas – der katholische (Gregorianische) Kalender. Der Unterschied betrug 13 Tage, daher wurde die Vytautas Magnus Brücke scherzhaft die längste Brücke der Welt genannt.

Anfang des Zweiten Weltkriegs wurde die Brücke auf Befehl des Generals der 8. Armee Schlemin am 24. Juni vermint und am 26. Juni gesprengt. Während der deutschen Besatzungszeit wurde eine provisorische Schwimmbrücke errichtet, die bis zum Ende der Besatzung in Betrieb war. 1948 wurde eine neue Brücke aus Holz gebaut, aber als sie weggeschwemmt wurde, errichteten deutsche Kriegsgefangene die heutige Brücke, besser bekannt unter dem Namen Aleksoto Brücke (Architekt L. Kazarinskis). Im Projekt wurde eine Brückenklappe vorgesehen, jedoch funktionierte sie nicht einwandfrei und kam nie zur Anwendung.

8. Aleksotas Standseilbahn (Amerikos lietuvių g. 8)

Dieses besondere Verkehrsmittel wurde 1935 eröffnet und ist bis heute in Betrieb. An der Anlage wurde seit Bestehen nichts verändert. Die Antriebstechnik, der Wagen, die hölzernen Bänke und die beiden Stationen sind bis heute authentisch geblieben. Die Standseilbahn befördert die Fahrgäste auf den Aleksotas Hügel, von dem sich ein herrliches Panorama auf die Altstadt bietet. Kaunas ist die einzige Stadt im Baltikum, in der man eine Fahrt mit einem für die gesamte Region ungewöhnlichen Transportmittel erleben kann.

Aleksotas Panorama (Amerikos lietuvių g. 8)

Von den Hochterrassen oberhalb des Nemunas, die man mit der altehrwürdigen Standseilbahn erreichen kann, eröffnet sich ein wunderschönes Panorama auf das Herzstück der Stadt Kaunas.  Auf der linken Seite erkennt man den Zusammenfluss von Nemunas und Neris mit der Burganlage, der „Drei-Türme-Strauß“ – dem Rathaus als “Weißen Schwan“ und der Jesuitenkirche im Vordergrund, gleich hinter dem Fluss zeigt sich die Vytautas Kirche und in ihrer Nähe die Dächer des Perkūnas Hauses. Weiters erblickt man die Kirchtürmer und die Giebel der gotischen Häuser rund um den Rathausplatz mit der dominierenden Silhouette der Kathedrale-Basilika sowie die verwinkelten engen Straßenlabyrinthe, die Richtung Nemunas führen. Ferner wird die in die Žaliakalnis Hügel eingebettete Neustadt, mit dem Symbol des nationalen Heiligtums - der Auferstehungskirche - sichtbar.

9. St.-Peter-und-Paul-Kathedrale-Basilika (Vilniaus g. 1)

Die Kathedrale-Basilika von Kaunas hatte eine Bauzeit von rund 100 Jahren. Sie repräsentiert den Geist der vergangenen Epochen als eine harmonische Gesamtheit. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts, in der Zeit des Großfürsten Vytautas, wurde die Kathedrale zum ersten Mal 1413 in den Geschichtsannalen erwähnt. Ihr Ursprung geht auf eine Pfarrkirche zurück. Lediglich das Kreuzrippengewölbe vom Presbyterium und das Zellengewölbe der zweigeschossigen Sakristei weisen auf den gotischen Ursprung der Kirche hin. Letzteres ist deutlich durch eine Arkade aus dem Presbyterium sichtbar. Der Bau des Zellengewölbes zeigte das Talent der mittelalterlichen Handwerker. Zwischen 16. und 17. Jahrhundert wurde die Kirche erweitert, zwei neue Türme wurden errichtet, einer davon ist bis dato erhalten geblieben. Der Innenraum bekam Züge des Barocks und der Renaissance. Der wertvollste und zugleich kunstvollste Altar befindet sich auf der linken Seite,  im Kirchenschiff. Er ist aus Holz, besitzt einen dreistaffeligen Aufbau, seine Komposition trägt deutliche Züge des Barocks. Die hohlen Holzsäulen sind mit Schnitzereien aus Weintraubenmotiven verziert. Der Altar wird von zwei Gemälden -  der „Maria Himmelfahrt“ und der „Krönung Mariens“ geschmückt. 1732 fiel die Kathedrale einem Stadtbrand zum Opfer, bei dem die Glockentürme, das Dach und ein Teil des Presbyteriumgewölbes vernichtet wurden. Das Gotteshaus wurde bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wieder aufgebaut, die Altäre wurden gemauert und barockisiert. 1864 wurde die Kirche mit der Errichtung des Erzbistums Kaunas zur Kathedrale erhoben. In Verbindung mit diesem Ereignis erhielt sie eine neue Orgel, die zu den größten in ganz Litauen zählt, das Innere wurde mit Fresken und neuen Gemälden ausgestattet. Ende des 19. Jahrhunderts wurde eine Kapelle zu Ehren des Hl. Geistes im neogotischen Stil gebaut. 1921 wurde sie zur Basilika erhoben. Auf der Südwand befindet sich das Grab des Priesters und Dichters J. Mačiulis- Maironis. Der Kardinal Vincentas Sladkevičius fand im Jahr 2000 in der Kapelle des Hl. Geistes seine letzte Ruhestätte.

10. Stadtmuseum von Kaunas (M. Valančiaus g. 6)

Das Museum zeigt zahlreiche Sammlungen aus den Bereichen Stadtgeschichte, Wissenschaft, Industrie, Kunst-und Kultur, Audio, Video und Archäologie und setzt somit die Richtlinien des 1897 gegründeten Museums für Wissenschaft und Industrie. 2005 wurde das Haus erneut dem Museum zurückgegeben und 2008 für die Besucher wiedereröffnet. Das klassizistische Museumsgebäude ist im Bezug auf die geistige Kultur des litauischen Volkes und der Staatsgründung von großer Bedeutung.

11. Vilniaus Straße

Die Vilniaus Straße ist die älteste Straße der Stadt, welche im Mittelalter ein Teil der Landstraße nach Vilnius war. Die meisten der hier stehenden Gebäuden waren aus Holz, die mit zunehmender Ansiedelung der Kaufleute durch Backsteinhäuser abgelöst wurden, von denen noch einige bis zum heutigen Tag erhalten blieben. Auch heute noch ist die Vilniaus Straße, welche nach ihrer Rekonstruktion zu einer Fußgängerzone umgewandelt wurde, die wichtigste Achse der Altstadt.

Haus Vilniaus g.  7

Ursprünglich als Holzhaus aufgestellt, erhielt dieses Backsteingebäude nach dem Brand Ende des 16. Jahrhunderts seine gotische Erscheinungsform. Aus dieser Zeit sind noch die geschmackvollen Giebel auf der Ost- und Westfassade erhalten. Nach mehreren Kriegen und Bränden wurde es umgebaut und 1808 den Augustinermönchen überlassen. Die letzte Restaurierung erfolgte im Jahre 1984. Das Bauwerk weißt einen typisch gotischen Mauerverband auf, im Inneren der Mauerwerks wurden Steine gefunden, zur Dekoration wurden mehrere Arten von Profilziegeln verwendet. In der Gebäudemitte war eine Hofeinfahrt. Das Haus besticht durch die gotische Gestaltung der Fassaden und des Innenraumes.

Haus Vilniaus g. 10

Bei diesem Gebäude, welches zu Beginn des 16. Jahrhunderts errichtet wurde und dessen Geschichte mehrere Bauetappen aufweist, handelt es sich um das Haus eines wohlhabenden Stadtbewohners. Im Inneren des Hauses sind gotische Keller und Treppenanlagen erhalten, in der Fassade finden sich Elemente der Gotik und der Renaissance. Die Fassade von Straßenseite wird durch eine Hofeinfahrt geteilt.

Haus Vilniaus g. 11

Das Gebäude stammt aus dem 16. Jahrhundert und war damals einstöckig gebaut. In der Zeit zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert erhielt das Haus sein erstes Obergeschoss samt einem Giebel. Die Fassaden waren unverputzt, für die Mauern des ersten Stockwerkes wurden große, für das Erdgeschoss  kleinere Feldsteine verwendet und mit einer Ziegelfassade im gotischen Mauerverband umhüllt. An der Fassade finden sich Spuren aus der Zeit der Gotik und der Renaisance. Bei der grundlegenden Restaurierung 1963 wurde das Erdgeschoß originalgetreu nachgebaut. Den Frontgiebel versuchte man durch ein analoges Beispiel aus der damaligen Zeit zu rekonstruieren. Die Ostseite wird durch eine Verzierung aus schwarzen Ziegeln dominiert.

12. Dominikanerkloster und Corpus-Christi-Kirche (Vilniaus g. 31/1)

Damals noch am Rande der Stadt, erhielten die Dominikanermönche einige Grundstücke in der heutigen Vilniaus Straße und bauten ein Kloster mit einer Kirche, die sie zur Corpus-Christi-Kirche weihten. Das Klostergebäude teilte das Grundstück in zwei rechteckige Höfe von ähnlicher Grundfläche. Die Komposition der Klostergebäude mit dem Eingang aus der Vilniaus Straße ist einmalig in ganz Litauen. Die Kirche wurde auf den Ruinen eines Hauses errichtet. Das Ende der Bauphase von 1682-1690 leitete der Italiener P. Puttini, der Baumeister des sakralen Ensembles von Pažaislis. Die Frontfassade bestand aus zwei niederen Türmen und einem Giebel. Im Inneren standen 7 barocke Altäre und der Boden war aus Marmor. Nachdem die Kirche und das Kloster 1845 geschlossen werden mussten, wurde die Kirche 1863 bis 1866 in ein russisch-orthodoxes Gotteshaus umgewidmet. Dazu musste sie einige Fassadenänderungen im byzantinischen Stil über sich ergehen lassen. 1920 bis 1921 wurde sie teilweise restauriert und an die katholische Kirche zurückgegeben. Das steinerne Mosaik des litauischen Künstlers J. Mikėnas stammt aus dem Jahr 1933. Im Laufe der Sowjetzeit diente sie von 1965 bis 1990 als Kinotheater. Heute gehört sie der Theologischen Fakultät der Vytautas Magnus Universität.

13. Synagoge (E. Ožeškienės g. 17)

Die Choral-Synagoge von Kaunas wurde durch den Kaunasser Kaufmann und Mäzen Levin Minkowski im Jahre 1872 erbaut. Es ist ein viereckiges, gemauertes Bauwerk mit einer dreiteiligen Auswölbung für den Aron Kodesh in der Ostwand der Synagoge und drei Eingängen auf der Westseite. Erbaut im galanten modernen neubarocken Stil, gehört sie zu der Art der reformierten Synagogen, die im 19. Jahrhundert in den Großstädten Europas weit verbreitet waren. Die Hauptfassade der  Choral-Synagoge von Kaunas ziert ein Barocker Giebel, welcher durch eine massive Kuppel abgeschlossen wird. Ausgeschmückt ist die Gebetsstätte mit in der jüdischen Kunst sehr beliebten Pflanzen bzw. Tiermotiven.

14. St.-Gertrud-Kirche und Mariane-Kloster (Laisvės al. 101 A)

Im ehemaligen Friedhof nahe der Stadtmauer, dort, wo einst die Landstraße nach Vilnius führte, steht die kleine zierliche St.-Gertrud-Kirche, oft Kirchlein genannt, aus dem 15. Jahrhundert. Der älteste Teil ist das Presbyterium. Den vorgesetzten Turm erhielt die eingangs als Friedhofskappelle erbaute Kirche spätestens Mitte des 16. Jahrhunderts. Während den kriegerischen Auseinandersetzungen von 1655 bis 1661 stark in Mittleidenschaft gezogen, wurde sie jedoch 1680 schon wieder aufgebaut. Das hochgotische Bauwerk war aus unverputzten Backsteinziegeln errichtet worden. Das Dach war zuerst mit Holzschindeln später mit Tonziegeln gedeckt, die Böden waren aus Backsteinen und es gab eine Holzbalkendecke. Bis zum 18. Jahrhundert kümmerten sich die Priester der Pfarre Kaunas um das Gotteshaus, aus dieser Zeit sind die barocken Altäre und die Kanzel erhalten. Auch während des Krieges von 1812 wurde sie beschädigt. Im 19. Jahrhundert wurde auch sie zur russisch-orthodoxen Kirche umfunktioniert. In diesem Zeitraum wurden mehrere Umbauten vorgenommen: die Fassaden verputzt, neue Fensteröffnungen durchgebrochen und die Dachkonstruktion verändert.

Insgesamt drei Orden unterhielten ihre Konvente neben der Kirche: die Rochusbruderschaft, die Barmherzigen Schwestern (auch Charite Schwestern) und die Marianer. Nach ihrer Schließung 1948 diente sie bis 1987 als Verkaufsraum für medizinische Technik, bis sie schließlich 1992 den Mitgliedern der Kongregation Mariens von der Unbefleckten Empfängnis, kurz Marianern, zurückgegeben wurde. Die heute erlebbaren gotischen Strukturen basieren auf Restaurierungsarbeiten. Besondere Erwähnung verdienen die Kreuzwegstationen hergestellt aus Steinmasse durch den litauischen Künstler V. Kvašys im Jahre 1997.

15. Stadtmauer und Müllersturm (I.Kanto / Kęstučio g.)

König Johann Kasimir sprach 1655 das Privileg aus, Kaunas mit einer Mauer zu umgeben. Der Krieg von 1655 bis 1661 verhinderte jedoch dieses Vorhaben. Frühestens 1666 gibt es einen urkundlichen Nachweis für einen der Türme, dem Müllersturm. Die Errichtung der Stadtmauer wurde 1668 gestoppt und so konnte sie nur vor Kleinräubern schützen. Im 18. Jahrhundert wurde ein kleines Mauerfragment in die nahe gelegene Friedhofsmauer integriert. An der Laisvės alėja befand sich ursprünglich der zweite Turm, Tatarenturm genannt, welcher 1894 abgerissen wurde. 1966 wurde lediglich ein kleiner Rest (40 m) der alten Stadtmauer zusammen mit dem Müllersturm renoviert.

KAUNAS ALS PROVISORISCHE HAUPTSTADT LITAUENS

16. Sitz des Präsidenten der Republik Litauen (Vilniaus g. 33)

Gebaut 1860 ging das Gebäude 1876 ins Eigentum der Zarenregierung über und diente als Residenz des russischen Gouverneurs in Kaunas. Nach der Unabhängigkeitserklärung wurde Kaunas zur provisorischen Hauptstadt Litauens und die Residenz wurde 1919 bis 1940 zum Sitz der Litauischen Regierung bestimmt. Im Erdgeschoß befand sich der Wohntrakt, neben dem Eingang waren eine Empfangshalle und das Offizierswachzimmer eingerichtet. Im ersten Obergeschoß auf der Paradeseite befanden sich die zwei Empfangsräume und ein kleiner Speisesaal, welche mit Möbeln im Styl von Ludwig XIV. ausgestattet waren. Insgesamt 3 Präsidenten - A. Smetona, K. Grinius und A. Stulginskis – wohnten und lenkten von hier aus die Geschicke des Landes. Die Residenz diente zur Sowjetzeit als Pionierzentrum und ab 1955 als Bildungshaus für Lehrer. Ab 1989 war das Gebäude einige Jahre lang Bestandteil des Vytautas Magnus Kriegsmuseums. Seit 1996 sind im kleinen Park vor der Residenz die drei ehemaligen amtierenden Präsidenten plastisch verewigt. 1998 wurde ein Restaurierungsprojekt erstellt, allerdings dauerten die Arbeiten wegen Finanzierungsmangel bis 2003. Nach der Restaurierung übergab die Präsidentschaftskanzlei das Gebäude 2005 an die Filiale des M. K. Čiurlionis Museums.

17. Maironis Gymnasium (Gimnazijos g. 3)

Bei dem 1868 gegründeten Gymnasium handelt es sich um eine Bildungseinrichtung, die allen wichtigen Hochschulen der Stadt ihren Ursprung gab, da hier 1920 bis 1922 die ersten Hochschulkurse veranstaltet wurden. 1920 wurde hier die Verfassungsgebende Versammlung abgehalten und bis 1926 fanden hier die  Parlamentssitzungen der drei Regierungsperioden statt, bei denen für das gesamte Land sehr wichtige Reformen beschlossen wurden (z.B. Bodenreform, nach der an 30000 Bauern das Land verteilt wurde bzw. Gesetzt über Geldsystem zur Einführung der eigenen Währung Litas im Oktober 1922). Als der neue Justizpalast erbaut wurde, in dem nunmehr die Parlamentssitzungen statt fanden, wurde hier ab 1927 erneut die pädagogische Tätigkeit aufgenommen und das Aušra Mädchengymnasium eingerichtet. Heute trägt das Gymnasium den Namen des litauischen Dichters, Historikers und Priesters Maironis, welcher auch Absolvent dieser Schule war.

18. Amtsgericht (Laisvės al. 103)

Das Amtsgericht wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut, dessen Fassade deutliche Züge des eklektischen Neoklassizismus aufweist. Unter zaristischer Herrschaft war hier seit 1883 der Sitz des Bezirksgerichtes, der Staatsanwaltschaft und des Rates der vereidigten Anwälte. Nach der Unabhängigkeitserklärung Litauens 1918 wurden viele Rechtsfälle von den deutschen Besatzern übernommen, allerdings wurden die politischen Akten vorher vernichtet. Die erste Gerichtsverhandlung auf litauisch fand im Mai 1919 statt. Auch heute befindet sich hier das Amtsgericht Kaunas. Seit dem 19. Jahrhundert ist der Gerichtspalast eines der massivsten Gebäuden im Stadtzentrum.

19. Laisvės alėja

In den Stadterweiterungsplänen von 1847 wurde die Laisvės alėja (dt. Freiheitsalle) als Hauptstraße sowohl für den Transport wie auch für Fußgänger konzipiert und hieß damals Nikolaiprospekt zu Ehren des russischen Zaren. Am 16. Februar 1919, ein Jahr nach der Unabhängigkeit von Russland, wurde die wichtigste Straße der Stadt in Laisvės alėja umbenannt.

Mit dem Bau der Stadtmauer wurde die Errichtung von höheren als zweistöckigen Gebäuden verboten. Ende des 19. Jahrhunderts gab es hier die ersten elektrischen Straßenlaternen. 1982 wurde Laisvės alėja zu einer Fußgängerzone umgebaut mit einer Länge von 1621 m. Somit wurde sie zur längsten Fußgängerzone Osteuropas. Besonders stolz ist man auf die 567 Lindenbäume, welche die Stadtbewohner selbst gepflanzt hatten. Die Allee verbindet die historische Altstadt mit der Neustadt, ihr Anfang und Ende zeigen die genaue Ost-West-Richtung. Schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts befindet sich hier das administrative, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Stadt mit zahlreichen beliebten Cafes, Bars, Restaurants, Kleinläden, modernen Geschäften sowie etliche Bank-und Bürogebäuden. Die Fußgängerstraße ist ein beliebtes Spaziergangs- und Treffpunkt für Kaunasser und Touristen.

20. Palast des Hauptpostamtes (Laisvės al. 102)

Es ist eines der markantesten Gebäude aus den 30-er und 40-er Jahren des 20. Jahrhunderts. Für den Plan zeichnet sich der Architekt F. Vizbaras verantwortlich. Das Bauwerk ist symmetrisch, die Fassade zeigt Richtung Laisvės alėja. Sowohl in der Fassade als auch im Inneren findet man eine ganze Reihe an Symbolen aus der Volkskunst. Für die Ausstattung verwendete man ausschließlich einheimisches Material. Das Portal und die Aufgangsstiege bestehen aus Granitquadern. In der Ornamentik und Faktur sind folkloristische Schnitzereien zu erkennen, der Boden zeigt das Webmuster eines Bettüberwurfs. Die Bauarbeiten wurden 1931 abgeschlossen. Im Hauptpostamt gab es das Fernmelde-und Telegrafenamt, einen Geldüberweisungsschalter sowie ein Zollamt. Man unterhielt Versandbeziehungen zu 27 Ländern und bekam Zeitungen und Zeitschriften aus Belgien, der Tschechoslowakei, Estland, Frankreich, Italien, Lettland, Finnland, Deutschland und der Schweiz. Die alte Hauptpost wird auch heute noch nach ihrer Bestimmung genutzt – hier befindet sich das Hauptpostamt der Stadt Kaunas.

21. Stadtverwaltungsamt (ehem. Sparkasse) (Laisvės al. 96)

Das Amt wurde als Sparkasse 1940 nach den Plänen des Architekten A. Funk gebaut. Das Erdgeschoß wurde mit rötlichen Granitquadern dekoriert, während das Hauptportal mit poliertem Schwarzgranit bedeckt wurde.

Die Sparkasse erhielt die erste pneumatische Depeschenbeförderung des Landes und hatte Schließfächer im Keller. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelte sich hier das Parteibüro und das Exekutivkomitee an. Nach den Renovierungsarbeiten 1981 bis 1983 wurde das Gebäude umfunktioniert, man hat hier auch Platz für eine Kantine, einen Tagungsraum und einen Warteraum gemacht. Im Moment befindet sich in dem Amt die Stadtverwaltung von Kaunas.

22. Denkmal für den Großfürsten Vytautas (Laisvės al.)

Das Denkmal des Bildhauers V. Grybas wurde 1930 zum 500-sten Todestag des Großfürsten Vytautas aufgestellt. In der Sowjetzeit verschwand es, um 1990 als Replik wieder aufgestellt zu werden.

23. Stadtgarten, staatliches Musiktheater von Kaunas (Laisvės al. 91)

In den Plänen für die Neustadt wurde der Stadtgarten auf dem ehemaligen katholischen Friedhof eingezeichnet. Das im Stadtgarten weiter hinten von der Laisvės alėja gelegene Musiktheater gilt als Wiege der litauischen Nationaloper. Am 31. Dezember 1920 wurde hier mit „La Traviata“ die erste Oper in litauischer Sprache aufgeführt. Dieses Datum war die Geburtsstunde der litauischen Nationaloper. Heutzutage werden hier Opern, Operetten und Musicals inszeniert. Neben Büsten und Skulpturen von Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur, steht auch ein Denkmal für Romas Kalanta, welcher sich 1972 bei einer Protestaktion gegen das Sowjetische Regime selbst anzündete und eine neue Form des Widerstandes - Demonstrationen um die Freiheit Litauens - in Kaunas auslöste. Das Denkmal wurde zum 30-jährigen Gedenktag im Jahre 2002 errichtet.

24. Philharmonie (ehem. Justizpalast) (L. Sapiegos g. 5)

Die feierliche Grundsteinlegung des neuen Justizpalastes durch den damaligen Präsident A. Smetona fand am 21. Mai 1925 statt. Für den Plan zeichnet sich der Architekt E. A. Frykas verantwortlich. Oberhalb der Kolonnade ist folgende vergoldete Innschrift zu lesen: „ Justicia est fundamentum regnorum“. Hier wurden einige Zeit lang Parlamentssitzungen abgehalten, welche verfassungsgemäß zweimal im Jahr – im Februar und im September – einberufen wurden. In diesem Gebäude war ebenfalls der Sitz des Tribunals als zuständige Instanz für die Klagen gegen Amtsträger. Nach dem Krieg wurde das imposante Gebäude der Philharmonie überlassen.

25. Litauische Bank (Maironio g. 25)

Für den Bau der Litauischen Bank wurde ein internationaler Architekturwettbewerb ausgeschrieben mit Pariser Architekten als Preisträger. Das Projekt hielt man jedoch für zu  teuer und so entschied man sich für eine neue Variante des Vorsitzenden der Wettbewerbskommission, des Kaunasser Architekturprofessors M. Songaila. Die Bauarbeiten wurden 1928 abgeschlossen. Das opulente Eckgebäude besticht durch die erhabene monumentale Fassade und einem Giebel mit einer Skulpturkomposition, die man nur durch das Verdecken der Staatswappen - Vytis und die Gediminas-Säulen - mit einer Betonschicht über die Sowjetzeit hindurch erhalten konnte. Im Inneren folgt die Struktur und Gestaltung der Tradition der Antike. Eines der sichersten Banken war mit englischen Schließfächern und einem Tresor ausgestattet. Nach der Rekonstruktion 1996-1997 erhielt die Bank ihr ursprüngliches Interieur von 1929 und gilt heute als eines der wertvollsten administrativen Architekturdenkmäler der Zwischenkriegszeit. Gegenwärtig befindet sich hier ein Teil des Museums der Litauischen Bank, welches die Geschichte der Litauischen Bank und die Entwicklung des Bankwesens in der Zeit der Ersten Unabhängigkeit ebenso wie die Geschichte des Zahlungsmittels Geld im Großfürstentum Litauen erzählt.

26. Platz vor dem Vytautas Magnus Militärmuseum (Vienybės a.)

Bereits in den Plänen der „Neustadt“ von 1847 wurde dieser Platz eingezeichnet. Einst befand sich an dieser Stelle ein Pferde- und Holzmarkt mit 8 Verkaufsständen. Später auf der nordöstlichen Seite wurde der Stab der 111. Infanteriedivision der Donkosaken eingerichtet und die 8. Smolensker Kavalerie stationiert, die einen Stromgenerator, zu jener Zeit das höchste Gebäude der Stadt, und eine russisch–orthodoxe Kirche bauen ließ. Der Platz wurde mit Pflastersteinen versehen. Erst 1921, nach der Unabhängigkeitserklärung, wandelte man die Gebäude in ein Militärmuseum und eine Kunstgalerie um, die dem litauischen Maler und Komponisten M.K. Čiurlionis gewidmet waren. Im Zuge der Neugestaltung des Platzes wurde eine gartenähnliche Anlage geschaffen, ein Grabmal für den Unbekannten Soldaten, ein aus Steinen komponiertes Denkmal für die litauischen Freiheitskämpfer errichtet, gemeinsam mit einigen Holzkreuzen und einem Altar, auf dem die Ewige Flamme brennt. Der zentrale Punkt des Platzes ist jedoch die 1928 erbaute Freiheitsstatue, die zum wichtigsten Punkt auf dem Platz und zum Symbol der Stadt wurde. Zwischen 1928 und 1933 errichtete man zahlreiche Büsten der berühmtesten Politiker, Schriftsteller und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Die meisten Kunstwerke gehen auf das Konto des berühmten litauischen Bildhauers J. Zikaras. 1929 wurde entschieden, ein Volksmuseum zu errichten. Dazu wurde ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben, dessen Wertungskommission von drei ausländischen Architekten aus Deutschland, Schweden und Finnland gebildet wurde. Insgesamt nahmen an dem Wettbewerb 16 litauische und ein belgischer Architekt teil. Da kein Sieger hervorging, wurde der bereits länger in Kaunas ansässige Peterburger Architekt V. Dubenecky mit dem Bau beauftragt. 1936 wurde das neue Volksmuseum mit den Beständen aus Militärmuseum und der M.K. Čiurlionis Kunstgalerie feierlich eröffnet. In der Sowjetzeit veränderte der Platz sein Gesicht stark, der Skulpturengarten wurde vollständig vernichtet und 1970 eine Leninstatue mit drei ergänzenden Betonquadern, die Revolution, Frieden und Arbeit symbolisierten, aufgestellt (die Statue von Lenin wurde auf Wunsch der Bevölkerung vom Platz entfernt). Ab 1975 wurde rund um den Platz die Institutsgebäude für den Stadt- und Industriebau, das Haus der Politischen Bildung errichtet. Mittlerweile wurden diese Bauwerke als Stadtbüros oder Bildungseinrichtungen (Vytautas Magnus Universität) den heutigen Anforderungen der Gesellschaftsorganisation angepasst. Vom Platz hoch über den Dächern der Stadt ist die weiße Auferstehungskirche gut erkennbar. Auf Grund seiner Bedeutung ist der Platz ein bevorzugter Treff- und Mittelpunkt für die wichtigsten Feierlichkeiten und Gedenktage.

27. Nationales M.K. Čiurlionis Kunstmuseum (V. Putvinskio g. 55)

Die zweifelsohne tiefsten Spuren in der litauischen Kulturlandschaft hinterließ der Komponist und Maler Mikalojus Konstantinas Čiurlionis (1875-1911) – einer der herausragendsten Künstler des Landes und der Europäischen Kunstgeschichte. Das Nationale M.K. Čiurlionis Kunstmuseum in Kaunas ist das einzige Museum, welches beinahe die vollständige Hinterlassenschaft des Kunstgenies aufbewahrt. Seine künstlerische Vielschichtigkeit ist mit den Meistern der Renaissance vergleichbar. In seiner nur zehn Jahre dauernden künstlerischen Schaffensperiode komponierte er rund 400 Musikstücke, schuf über 300 Gemälde, hinterließ zahlreiche literarische Werke und Gedichte, experimentierte in der modernen Fotographie. Unter den Klängen seiner berühmten Sonaten lädt das Museum ein, das litauische künstlerische Genie zu erleben.

28. Teufelsmuseum (V. Putvinskio g. 64)

Das Teufelsmuseum befindet sich auf der Liste der ungewöhnlichsten Museen der Welt. Fast 3000 Gehörnte aus aller Welt in unterschiedlichsten Formen, Farben und Materialien treiben auf drei Stockwerken ihr Unwesen. Jeder dieser bizarren Exponate ist sonderbar: manche blicken spitzbübisch drein, andere spähen aus einer finsteren Ecke, kichern mit greller Stimme oder drohen gar diabolisch. Einige davon unterscheiden sich vom Menschen nur durch ihre Hörner im Haar oder ihren Schwanz. Allesamt scheinen aber froh die Hölle verlassen zu haben und jetzt in Kaunas beheimatet zu sein.

29. Vytautas Magnus Militärmuseum (K. Donelaičio g. 64)

Das Museumsangebot besteht aus einer umfangreichen Sammlung archäologischer Funde, Kalter-bzw. Schusswaffen, Munitionsbestände und spiegelt die Entwicklung der litauischen Kriegsführung und des Militärs wider. Interessant ist eine Foto-und Dokumentensammlung über den non-stop Atlantikflug der „Lituanica“. Darüber hinaus gibt es eine Sammlung von Militäruniformen aus anderen Ländern, Dokumente- und Buchkollektionen.

30. Žaliakalnis Standseilbahn (Aušros g. 6)

Die Standseilbahn ist die älteste in Litauen. Während der Planungsphase wurde intensiver Schriftverkehr mit österreichischen, deutschen und schweizerischen Baufirmen unterhalten. Schließlich wurde sie von einem deutschen Unternehmen „Curt Rudolph“ aus Dresden gebaut. Am 5. August 1931 wurde die Žaliakalnis Standseilbahn feierlich eingeweiht. Es gab zwei Wägen – einer beförderte Fahrgäste und der zweite – Steine als Gegengewicht. Kaunas ist die einzige Stadt in Litauen, welches dieses älteste öffentliche Transportmittel unterhält. Die den Berg hinauf rollenden „Häuschen“ dienen als Attraktion aber auch als Beförderungsmittel, mit dem man vom Zentrum aus schnell auf die oben gelegene Auferstehungskirche gelangt.

Da muss du rauf! Die Standseilbahn ist ein besonderes Transportmittel, welches bis heute ihren ursprünglichen Charakter noch nicht verloren hat. Nach wie vor funktionieren alle Mechanismen einwandfrei, auch die Gästewaggons mit hölzernen Bänken und die Stationsgebäude sind authentisch erhalten. Die Standseilbahn befördert heute noch die Fahrgäste auf den Hügel, von dem man das Panorama des Stadtzentrums und der Altstadt bewundern kann. Eine kleine Galerie im oberen Gebäude der Standseilbahn bietet Einblick in die Geschichte des Transportmittels. Kaunas ist die einzige Stadt im ganzen Baltikum, welche dieses besondere Beförderungsmittel besitzt.

31. Auferstehungskirche (Žemaičių g. 31)

Mit dem Bau der Kirche wurde 1932 nach den Plänen des lettischen Architekten K. Reisons begonnen. Die Kirche hätte ein Symbol des neuen unabhängigen Staates werden sollen, finanziert durch Spenden aus der Bevölkerung. Aber als der Rohbau fertiggestellt wurde, verlor das Land erneut seine Unabhängigkeit und das Gebäude im Rohzustand wurde 1940 von den Besatzern beschlagnahmt, die dort 1952 eine Werkstatt von einer Radiofabrik einrichteten. Nicht weniger als 70 Jahre danach wurde das prachtvolle Bauwerk am 24.12.2004 eingeweiht, nachdem es zuvor 1989 der Religionsgemeinschaft zurückgegeben wurde. Von der Kirchendachterasse bietet sich ein besonders herrlicher Rundblick über die Stadt.

32. St.-Erzengel-Michael-Kirche (auch Garnizonkirche von Kaunas) (Nepriklausomybės a. 11)

Der russische Zar Aleksander II. ordnete an, Kaunas zu einer strategischen Festung auszubauen. Mit dem Bau begonnen wurde 1882, die Bauzeit betrug 10 Jahre und ein  25 km langer Verteidigungsring wurde errichtet. Von den 12 insgesamt geplanten Forts wurden nur 9 fertiggestellt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren ca. 35000 russische Soldaten in der Stadt stationiert – insgesamt 30% der gesamten Stadtbevölkerung. Für die Militärseelsorge wurde eine russisch-orthodoxe Kirche im neobyzantinischen Stil gebaut, die nach allen Gestaltungsprinzipien von orthodoxen Kirchenbauten entworfen war. Die Planung oblag den russischen Architekten, die Bauarbeiten wurden durch Handwerker und Baumeister aus dem russischen Verwaltungsbezirk Tschernigov ausgeführt und von Peterburger Dekorateuren vollendet. 1919 wurde sie zur katholischen St.-Erzengel-Michael-Kirche und ab 1965 diente sie zweckentfremdet als Vitragen- und Skulpturengalerie. Die 1978 entfernten Kreuze kamen nach dem Regimeende wieder zurück und 1996 wurde sie zur Garnisonskirche des Litauischen Militär. Heutzutage wird sie gern für Konzerte der sakralen Musik, für Künstlerauftritte oder Ausstellungen in Anspruch genommen.

33. Mykolas Žilinskas Kunstgalerie (Nepriklausomybės a. 12)

Interessieren sie sich für ägyptische Kultur? Möchten Sie die Werke von P.P. Rubens oder F.A.R. Rodin sehen? Dann brauchen sie gar nicht, nach Kairo, Paris oder in andere Großstädte der Welt zu reisen. Wenn sie in Kaunas sind, besuchen sie die M. Žilinskas Kunstgalerie. Immerhin besitzt Kaunas die größte Sammlung Europäischer Malerei im ganzen Baltikum. Die Kunstgalerie wurde 1989 gebaut (Architekten E. Miliūnas, E. Kisielius, S. Juškys) und als Dank an den litauischen Kunstsammler Mykolas Žilinskas (1904-1992), der seine wertvolle Kollektion von rund 1600 Kunstgegenständen seinem Land schenkte, nach seinem Namen benannt. Zur Sammlung der Galerie gehören die wertvollsten Stücke ausländischer Kunst aus dem M.K. Čiurlionis Museum. Die am Eingang in die Galerie aufgestellte umstrittene Skulptur eines nackten Mannes entstand 1991 (Bildhauer P. Mazuras).

34.  „Stumbras“ Museum (K. Būgos g. 7)

In dem Museum des Spirituosenherstellers „Stumbras“ (dt. Wiesent) wird dem Besucher ein Überblick über den Entwicklungsprozess des Schnapsbrennens und des Alkoholkonsums in Litauen sowie über die Rolle dieses Betriebes für den Industrialisierungsprozess des Landes gegeben. Die alten Gebäude aus rotem Backstein, Archivdokumente und Fotos gewähren einen Einblick in die Chronik des über 100 Jahre alten Unternehmens. Das Museum zeigt eine umfangreiche Kollektion aus original erhaltenen Geräten, die für die Herstellung von Spirituosen eingesetzt wurden, Etiketten und Flaschen sowie  das authentisch eingerichtete Arbeitskabinett, des damaligen Miteigentümers Mykolas Velykis. Der Besucher bekommt eine einmalige Gelegenheit das Betriebsareal zu besichtigen und einen Blick in den Produktionsprozess der modernen Spirituosenherstellung zu werfen.

35. Botanischer Garten (Ž.E. Žilibero g. 6)

Der Botanische Garten von Kaunas erfreut den Besucher durch seine romantische Umgebung und die umfangreiche Pflanzenkollektion (rund 7300 Pflanzenarten) sowie der größten Orangerie Litauens, in der man exotische Pflanzen aus aller Welt bewundern kann. Ein Hauch der Geschichte weht durch den Park mit zwei Teichen, die in Form der Namensinitialen des ehemaligen Gutsherren Joseph Goldewski angelegt wurden und in dessen Wasser sich das Herrschaftsgebäude vom ehemaligen Gutshof Aukštoji Freda widerspiegelt. Zu seiner Attraktivität trägt ebenfalls ein besonderer Eichenhein, gepflanzt von Prof. Birutė Galdikas und veredelt mit Pfropfen von den ältesten Eichen Litauens. Im Garten kann man das neue Objekt der grünen Architektur – die größte Raupe Litauens - bestaunen. Die dekorative Heckenpflanze in Form eines Tausendfüßlers ist 8 m hoch, 76 m lang und wurde 2012 durch die Agentur „Factum” als litauische Rekorde eingetragen. Die Schauobjekte des botanischen Gartens werden durch einen kleinen Zoo mit exotischen Tieren ergänzt.

36. Kamaldulenserkloster Pažaislis (T. Masiulio g. 31)

Eines der schönsten Barockdenkmäler Litauens von den italienischen Baumeistern aus Florenz – Michelangelo Palloni, Joan Merli, Pietro Perti - erbaut im 17. Jahrhundert, ist das Ensemble des Kamaldulenserklosters Pažaislis.

Das Kloster war in Europa für seine außergewöhnliche Schönheit sehr bekannt. Zu den berühmtesten Besuchern zählten der schwedische König Karl XII. sowie die russischen Herrscher Zar Aleksander I. und Zar Nikolai I. Die große Begeisterung des letztgenannten Herrschers für die Klosteranlage hatte deren Umwidmung in eine orthodoxe Kirche und Klosteranlage zur Folge. Für die Rekonstruktionsarbeiten wurden damals 130000 Rubel zur Verfügung gestellt.

Segel hoch! Der größte Stausee des Landes, das Kaunasser Meer, im Nemunas Tal, eingebettet in eine herrliche Landschaft, in Reichweite des Klosters Pažaislis, bietet mit dem Yachtclub optimale Möglichkeiten für alle Wassersportbegeisterten. Treffen wir uns auf dem Schiff!

37. Museum im IX. Fort Kaunas (Žemaičių pl. 73)

Das IX. Fort wurde im 19. Jahrhundert als Teil einer Festungsanlage erbaut. 1890 umringten die Stadt insgesamt 8 Forts, 9 Befestigungen der leichten Artillerie und andere Wehranlagen. Mit dem Bau des IX. Forts wurde 1902 begonnen und kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges abgeschlossen. 1940 bis 1941 diente es als NKVD (dt. Volkskommissariat für innere Angelegenheiten) Gefängnis für politische Häftlinge und 1941 bis1944 wurde hier ein Massenvernichtungslager der Nazis eingerichtet. 1944 unmittelbar vor dem Einmarsch der sowjetischen Armee übersiedelten die Nazis die restlichen noch lebenden Häftlinge in andere Lager. Seitdem gilt das IX. Fort auch als Todeslager. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges benutzte das Sowjetregime die Fortanlage für einige Jahre als Gefängnis. Bereits 1958 richtete man ein Museum, zur Erinnerung an die traurige Vergangenheit dieses Ortes, ein, in dem alle geschichtlichen Zeiträume seit Bestehen dargestellt werden. Ein mächtiges Mahnmal an der grasbewachsenen Stelle des Massengrabes erinnert in mehreren Sprachen: „Hier ist der Ort, wo die Nazis und ihre Mithelfer über 30000 Juden aus Litauen und anderen europäischen Ländern ums Leben gebracht haben.”

38.  Litauisches Freilichtmuseum (J.Aisčio g. 2, Rumšiškės, Kaišiadorių raj.)

Ganz Litauen auf einen Streich! In Rumšiškės liegt das größte Freilichtmuseum in Osteuro

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